Interview mit Benjamin Kelm

über seine Zeit in New York, Theater, Film und sein neues Buch

 

Das Interview führte Gabi Kaula

(Herausgeberin des Online-Magazins Treffpunkt Pfalz JOURNAL und Treffpunkt Saarland)

29. Juli 2020 

Ich bin heute in Saarbrücken in einem schönen Café und unterhalte mich mit Benjamin Kelm, er ist Schauspieler und Autor und spielt gerade im Kinofilm „Immenhof – Das große Versprechen“ (Teil 2) mit. Benjamin war die letzten zwei Jahre in New York und ist erst seit Kurzem erst wieder in Deutschland.

Gabi: Benjamin, erzähle uns doch mal, was du zwei Jahre in New York gemacht hast?

Benjamin: Ich war zwei Jahre in New York an einer Schauspielschule. Ich hatte das Glück, dass ich ein Teil-Stipendium bekommen habe. 2017 nahm ich bei den Weltmeisterschaften „World Championships of Performing Arts“ in Los Angeles teil und habe Deutschland im Schauspiel vertreten. Dabei wurde ich in sechs Kategorien mit Silber ausgezeichnet und mit dem Industry-Award.

In Los Angeles habe ich zusätzlich ein Stipendium für das „New York Conservatory for Dramatic Arts“ erhalten und jetzt im Mai 2020 am Konservatorium in New York meinen Abschluss gemacht. Vieles ging durch Corona die letzten Monate leider nur noch online.

Gabi: Dann gratulieren wir mal ganz herzlich dazu!    

                                           

                                              Fotos New York:  von Benjamin Kelm

Gabi: Und was genau beinhaltete das Stipendium?

Benjamin: Das Konservatorium hat sich auf den Bereich „Film und Fernsehen“ spezialisiert. Neben Schauspieltraining, stand auch die Kameraarbeit und verschiedene Techniken im Vordergrund. Wir standen nicht nur vor der Kamera, sondern auch dahinter und sollten so ein Gefühl dafür bekommen, wie ein Dreh abläuft, wer am Set für was genau zuständig ist, so dass wir auch einen Einblick haben von dem ganzen Geschehen rund um den Kameradreh.

Gabi: Was hat dir denn an New York am besten gefallen?

Benjamin: Einiges, doch vor allem die Vielseitigkeit dieser Stadt. Ich habe mich oft in die U-Bahn gesetzt und bin irgendwo hingefahren, z.B. nach Manhattan und Brooklyn. Dort bin ich dann ausgestiegen, rumgelaufen und habe einfach das Flair der Stadt aufgenommen.

Gabi: Kannst du noch etwas zur Corona-Zeit in New York sagen?

Benjamin: Das war schon schlimm. Was man auch in Deutschland so mitbekommen hat, die überfüllten Kranken-häuser, das mit dem Militärschiff im Hafen und dass Zelte im Central Park aufgebaut wurden, sind alles Tatsachen. Was sehr ungewöhnlich war: Der Stadtteil Manhattan war zu diesem Zeitpunkt extrem leer, man hat keine Autos mehr gesehen und stattdessen Vögel gehört, keinen Autolärm. Nur die Sirenen haben die Stille unterbrochen, es war eine wirklich apokalyptische Atmosphäre. Mehl, Nudeln und Toilettenpapier waren ausverkauft. Bei manchen Geschäften sogar das ganze Sortiment. 

                                   Fotos New York Conservatory for Dramatic Arts:

                                                                                Benjamin Kelm / NYCDA

Gabi: Kommen wir mal wieder zurück ins Saarland. Du hast ja eine Rolle in dem zweiten Teil des Kinofilms „Immenhof“, Das große Versprechen, der auch teils im Saarland gedreht wurde.

Benjamin: Ja, ein Teil wurde auf dem Gestüt Peterhof gedreht, es stellt im Film den Reiterhof von Mallinckroth (Heiner Lauterbach) dar. Ich darf noch nicht so viel verraten, aber ich spiele einen neuen Charakter und bin sehr gespannt auf den Film. Er wird wieder richtig toll! Angedacht ist, dass er im Frühjahr 2021 zu sehen sein wird.   

 

 

 

 

                                                                                                         Fotos: Rashidah De Vore - New York   

Gabi: Du hast auch schon in dem saarländischen Film „Unter Tannen“ mitgewirkt. Wurde dieser nur im Saarland gedreht? Kannst du kurz etwas zur Handlung sagen?

Benjamin: Ja, dieser wurde nur im Saarland gedreht. Es geht hier um drei saarländische Waldarbeiter, die unter Tannen einen Geldkoffer mit 1 Millionen Euro finden. Die Waldarbeiter planen schon für was sie das Geld ausgeben wollen. Sie haben aber nicht mit denen gerechnet, die den Koffer dort vergraben haben. Dann nimmt das Schicksal seinen Lauf. Außerdem gibt es noch den Theaterverein „Es dicke Hinkel“, in dem ich Mitglied bin. Und ich bin auch in dieselbe Person verliebt, wie eine der Hauptfiguren… Es ist ein spannender und lustiger Film, der bereits im Kino lief

                                            Foto: Unter Tannen / B. Kelm

Gabi: Benjamin, du hast auch schon Theater bei „actíng and arts“ der Privaten Schauspielschule Saarbrücken von Schauspielerin, Sängerin und Regisseurin Petra Lamy gespielt.

Was macht dir mehr Spaß, Kino oder Theater?

Benjamin: Im Grunde sind es zwei verschiedene Welten, ich kann mich für Beides begeistern. Im Moment habe ich Lust, in diese Film- und Fernsehwelt „mehr einzusteigen“, da ich mich in der Schule in New York schon darauf spezialisiert habe und ich diesen Prozess ganz spannend finde. Beim Film dreht man ja im Endeffekt immer so eine Art von „Puzzleteilen“ und sieht am Schluss erst, wie sich alles zusammensetzt, anders wie bei einem Theaterstück. Die Schule actíng and arts habe ich 2012 entdeckt, zuvor war ich in Köln. Erst war ich als Student an der Schauspielschule, durfte später Jugendklassen unterrichten und Improtheater. Auch letztes Jahr, als ich im Sommer hier war, habe ich nochmal Improtheater unterrichtet. Es gibt dort auch eine Company, ein Zusammenschluss von Schauspielern, und wir erarbeiten Theaterstücke unter der Regie von Petra Lamy. Im letzten Jahr haben wir „Die Verstörung“ von Falk Richter aufgeführt.

                                 Fotos: Klara Willner, London  

Gabi:  Du hast auch Bücher veröffentlicht. Vielleicht kannst du unseren Lesern noch ein bisschen dazu sagen?

Benjamin: Ja genau, mit meinem Buch: Geschichten aus Saarbrücken (Nichts ist alltäglich), habe ich einen Autorenpreis bei der Publikumsbuch-Messe HomBuch in der Kategorie Belletristik  erhalten. Es war mein erstes Buch, ich habe es für meine Großtante geschrieben, die aus dem Saarland stammt und jetzt im Schwarz-wald lebt und mittlerweile schon 98 Jahre alt ist.

Sie ist auch der Grund für mein zweites Buch: Ich lese was, was du nicht liest. Es ist eine Sammlung an Texten, Kurzgeschichten und Gedichten. Bei meiner allerersten Kurzgeschichte, da ging es um einen kleinen Drachen. Diese habe ich bereits geschrieben als ich 10 Jahre alt war. In dem Buch sind ca. 21 Jahre meines Lebens enthalten und die letzten Texte dazu habe ich in verschiedenen Cafés in Manhattan geschrieben.

 

                                                       Cover-Fotos: Benjamin Kelm

                                

Bücher von Autor Benjamin Kelm

Nichts ist alltäglich

Kurzgeschichten aus Saarbrücken

von Benjamin Kelm, hier geht es zum Shop

Ich lese was, was du nicht liest.

von Benjamin Kelm, hier geht es zum Shop

Alles Herzenstexte, so wie er sie nennt. Und vielleicht wird der eine oder andere Text ebenfalls ein Herzenstext von dir. Wer weiß!?

Gabi: Wie geht es nun weiter?

Benjamin: Wir werden sehen wie es jetzt weiter geht, auch wegen den ganzen Corona-Maßnahmen. Ich spiele u.a. auch in Trier Improvisationstheater bei sponTat. Wenn alles gut geht, werden wir dort ab Herbst wieder Improtheater spielen können. Ich denke, das ist etwas, was wir brauchen. Etwas woran wir uns erfreuen können. Hier werden Theaterszenen aufgrund von Zurufen vom Publikum entwickelt. Das erfordert Ideenreichtum und Schlagfertigkeit.

 

Außerdem bin ich dabei mein erstes Theaterstück zu schreiben. Es wird um meine Zeit in New York gehen und es trägt den Arbeitstitel „Weit weg von zu Hause, der Liebe so nah“.

 

Gabi: Vielen Dank für das interessante Interview Benjamin. Wir freuen uns auf jeden Fall auf neue Projekte von dir und wünschen dir alles Gute.

 

                                                                                         Red. Gabi Kaula

Tel. 06841-759 67 77   I  verlag@treffpunkt-pfalz-journal

© 2019 by Gabi Kaula  (Inh. Treffpunkt-Pfalz JOURNAL)

Büroservice Alexandra Müller (Gestaltumg Werbe-Flyer + Werbe-Videos)

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